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Freitag, 5. Juli 2013

Der, die, das, wieso, weshalb, warum ...



"Die/der Vorsitzende" oder "die/der Professorin" heißt es neuerdings an den Universitäten Potsdam und Leipzig, beim Versuch die alte Geschlechterpräferenz in der Sprache hinter sich zu lassen. Aber statt Frauen zu diskriminieren, diskriminiert man mit dem generischen Femininum jetzt die Männer und die uneindeutigen sowieso.

Zwar wird die Neuregelung nur in einem beschränkten Umfang in Verwaltungsschriftsätzen verwendet, aber er ist ein Bekenntnis dazu Unrecht durch Unfug zu ersetzen um Unsinn zu vermeiden. Letzteres wäre das Binnen-I gewesen, "der/die ProfessorIn".

Warum versäumt es eine akademische Einrichtung, die eine kritische Haltung gegenüber einer Tradition hat einen wirklich innovativen Schritt zu unternehmen, etwas grundlegend Neues zu wagen? Ist es nicht an den Universitäten und ihren Köpfen der gesellschaftlichen Entwicklung voraus zu sein, Neuland zu erkunden und gangbar zu machen?

Nur das Neutrum ist neutral und universell.

"Das Vorsitzendes" oder "das Professore" wäre ein Schritt in eine geschlechtsneutrale Sprache gewesen. Und diese Neuschöpfung hätte nicht nur normative Kraft entwickeln können, sondern auch mit der Ignoranz gegenüber den Uneindeutigen und denen in Findungsphasen aufgeräumt. Und wenn die Ärzte aufhören hermaphroditische Neugeborene zwangszuoperieren, dann wäre auch für diese ein Platz in der Alltagssprache.


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